Welt 06.10.2026
10:29 Uhr

Mysteriöser Gestank quält Siegens Bewohner – Warn-App schlägt an


Erneut liegt ein penetranter Geruch über der Siegener Innenstadt. Trotz intensiver Suche fanden Experten bislang keine Ursache. Nun könnte eine ungewöhnliche Wetterlage neue Hinweise liefern.

Mysteriöser Gestank quält Siegens Bewohner – Warn-App schlägt an

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen hat sich ein äußerst unangenehmer Geruch in der gesamten Innenstadt von Siegen ausgebreitet. Feuerwehr und Umweltamt seien die Nacht hindurch im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher. Bislang sei es den Einsatzkräften aber nicht gelungen, die Ursache für den Gestank zu finden. Die Bevölkerung wurde über die Warn-App Nina informiert. Es gebe allerdings keine Hinweise darauf, dass gesundheitsgefährdende Stoffe in der Luft seien. In der gesamten Innenstadt sei ein metallischer, brandähnlicher Geruch wahrnehmbar, beschrieb der Feuerwehrsprecher. Seit Montagabend hätten zahlreiche Menschen den Notruf gewählt und zunächst vermutet, dass es in ihrem Haus ein Gasleck gebe. Industrie oder Kanalisation standen unter Verdacht Vor zwei Wochen hatte sich derselbe Geruch schon einmal in Siegen ausgebreitet. Laut dem WDR (verlinkt auf https://www1.wdr.de/nrw/sauerland-siegerland/kreis-siegen-wittgenstein/gestank-siegen-ursache-100.html) hätten Anwohner sich Ende September beklagt, dass sie wegen der Geruchsbelästigung nicht schlafen konnten. Beschrieben wurde die Belästigung wahlweise als beißender Gummigeruch oder auch als „metallisch-brandähnlich“. „Auch da haben wir leider nichts gefunden“, sagte der Sprecher rückblickend. „Das Umweltamt ist die heimische Industrie abgefahren und hat die Kanalisation überprüft – aber ohne Ergebnis.“ Wie damals gebe es auch diesmal wegen einer sogenannten Inversionswetterlage nur wenig Luftbewegung, so dass der unangenehme Geruch nur sehr langsam abziehe. Die Menschen müssten aber keine besonderen Vorkehrungen treffen, betonte die Feuerwehr. Der Geruch sei zwar sehr unangenehm, aber wohl ungefährlich. „Geruch ist nicht messbar“ Auch Experten der Bezirksregierung Arnsberg waren vor Ort. Die Suche nach der Quelle für die Geruchsbelästigung sei aber sehr schwierig, sagte ein Sprecher der Behörde. „Geruch ist nicht messbar. Deshalb ist es zutiefst komplex herauszufinden, wo sich eine Geruchsquelle befindet.“ Die Mitarbeiter der Bezirksregierung hätten vor allem Kontakt mit großen Industriebetrieben aufgenommen. „Sie fragen nach, ob es in der Nacht Auffälligkeiten in der Produktion gab oder wo etwas im Prozess verändert wurde“, erklärte der Sprecher. „Dann muss man abschätzen, ob das die Ursache für den Geruch sein kann. Das ist ein Puzzlespiel.“